Der Mensch
Die Stille hat mich zum Kämpfer gemacht.
Seit ich acht Monate alt bin, ist meine Welt still. Und trotzdem können wir uns verstehen. Meine Sprache ist die Gebärdensprache, die deutsche DGS und die amerikanische ASL. Ich lese dein Gesicht, deine Mimik, deine Gesten, deinen Körper. Der Körper ist meine Sprache.
Mit zwei Jahren kam ich an eine Privatschule in der Schweiz. Dort sollte ich sprechen lernen. Diese Jahre waren brutal hart. Ein kleines Kind, das sich Laute erarbeitet, die es selbst nie wahrnehmen wird.
Ehrlich gesagt, diese Zeit hat ein Trauma hinterlassen. Man steckte mir zwei Finger in den Mund, auf die Zunge, bis tief nach hinten, sodass ich würgen musste. Man zog mich an den Haaren nach hinten. Immer wieder klopfte man auf meinen Unterkiefer und drückte Mund und Kiefer zusammen, damit Laute entstehen. Für ein Kind ist das brutal. Für einen Erwachsenen wäre es Gewalt. Es war Gewalt.
Vor laufender Kamera saßen Wissenschaftler aus Europa mir gegenüber und beobachteten, wie ich lerne. Gebärdensprache war verboten. Mit der linken Hand zu schreiben war verboten. Der Kontakt zu anderen Tauben war streng verboten. Erst mit vierzehn habe ich erfahren, dass es die Gebärdensprache gibt und dass es eine Taube Welt gibt, zu der ich gehöre. Trotzdem hat mir diese Zeit früh gezeigt, wozu ein Mensch fähig ist, wenn er nicht aufgibt.
Das war kein Einzelfall. Es war Oralismus, das Verbot der Gebärdensprache, das viele Taube Kinder erlebt haben und das heute als Unrecht anerkannt wird.
Hintergrund
Was Oralismus bedeutet
Nach dem Mailänder Kongress von 1880 wurde die Gebärdensprache an den Gehörlosenschulen verboten. Im Unterricht ging es vor allem um Sprechen, Hören und Lippenlesen. Für viele Taube Kinder bedeutete das nicht Bildung, sondern Ausgrenzung, Sprachverlust und seelisches Leid. In Hamburg mussten Betroffene bis in die 1990er Jahre in der Schule auf Gebärden verzichten, oft unter Zwang.
Im Juli 2025 hat die Hamburgische Bürgerschaft die betroffenen Tauben Menschen um Verzeihung gebeten und eine wissenschaftliche Aufarbeitung, einen Entschädigungsfonds und leichteren Zugang zu Hilfen auf den Weg gebracht. Möglich wurde das durch Betroffene wie Christian Ebmeyer vom Deutschen Gehörlosen-Bund, der sich für Anerkennung und Entschädigung nach dem Sozialgesetzbuch XIV einsetzt.
Warum Lippenlesen kein Ersatz ist
Viele denken, Lippenlesen sei ein Ersatz für das Hören. Das ist es nicht. Nur etwa ein Drittel der Lautsprache ist überhaupt auf den Lippen sichtbar. Viele Wörter sehen gleich aus, zum Beispiel Mutter, Butter und Putzer. Laute, die hinten im Mund oder im Hals entstehen, sieht man von außen gar nicht.
Darum ist Lippenlesen kein Lesen, sondern ständiges Raten aus dem Zusammenhang. Das kostet enorme Konzentration und macht schnell müde. Ein Bart, eine Hand vor dem Mund, schlechtes Licht oder ein abgewandter Kopf machen es fast unmöglich.
Stell dir ein Puzzle vor. Die sichtbaren Mundbewegungen sind ein paar Teile, die unsichtbaren Laute sind die Lücken, den Rest muss man aus dem Zusammenhang erraten. Ein falsch gesetztes Teil, und der ganze Satz ergibt plötzlich keinen Sinn mehr.
Wirklich klar und ohne Missverständnisse wird Kommunikation in der Gebärdensprache. Sie ist eine eigene, vollwertige Sprache mit eigener Grammatik. Du hilfst mir schon mit wenig: schau mich an, sprich deutlich, sorge für gutes Licht. Am schönsten ist es, wenn wir uns über die Gebärdensprache begegnen.
Die längere Geschichte des Unrechts
Das Unrecht reicht weiter zurück. Während der NS-Zeit wurden auf Grundlage des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von 1934 schätzungsweise rund 15.000 Taube Menschen gegen ihren Willen zwangssterilisiert, Frauen wie Männer. Sogenannte Erbgesundheitsgerichte entschieden oft willkürlich. Nach dem Krieg wurde dieses Leid lange nicht anerkannt.
Ich erzähle das nicht, um anzuklagen, sondern damit es sichtbar bleibt. Wer die Geschichte kennt, versteht, warum Anerkennung und echte Teilhabe heute so wichtig sind.
Ich kenne das Gefühl, unterschätzt zu werden. Ich kenne die Mauern, die einem im Weg stehen können. Ich habe gelernt, sie nicht als Ende zu sehen, sondern als etwas, das man überwinden kann. Jeden Tag aufs Neue.
Die Stille hat mich nicht aufgehalten. Sie hat mich geformt. Ich bin Taub. Vielleicht sehe ich Menschen und Räume darum genauer. Im Leben hast du immer eine Wahl.
Seit über 16.000 Tagen lebe ich in der Stille, und meistere sie jeden Tag aufs Neue.
Von Natur aus bin ich ein neugieriger Mensch. Schon als Kind bin ich um die Welt gereist und habe es geliebt, fremde Kulturen kennenzulernen. Bis heute koche ich gern internationale Gerichte. Neues entdecken, das ist mein Antrieb.
Auf Augenhöhe Neu · 31. Mai 2026
Begegnung gelingt mit wenigen einfachen Dingen.
Gute Kommunikation ist leicht, wenn man weiß, wie. Hier ein paar Gedanken zum Aufklappen, für alle Menschen, die mir und anderen Tauben Menschen auf Augenhöhe begegnen möchten. In der Familie und unter Freunden, in Schule und Universität, im Beruf und im Handwerk, im Sport bis hin zu den Olympischen Spielen, in der Freizeit, und in Presse, Filmgeschäft, Politik und Wirtschaft.
Begegnung
Tipps für eine gute Begegnung
Schau mich an, während du sprichst, und dreh dich nicht weg. Sprich normal, nicht in Zeitlupe und ohne übertriebene Mundbewegungen. Achte auf gutes Licht und stell dich nicht mit dem Rücken zum Fenster. Halte den Mund frei, also keine Hand davor und kein Kaugummi. Nutze kurze, klare Sätze. Wenn ein Wort nicht ankommt, nimm ein anderes, statt es zu wiederholen. Wichtige Dinge wie Uhrzeiten, Adressen oder Namen schreib kurz auf oder tippe sie ins Handy.
Wie Gebärdensprache funktioniert
Die Deutsche Gebärdensprache ist kein Lippenlesen mit Händen, sondern eine eigene, vollwertige Sprache mit eigener Grammatik. Der Satz Ich fahre morgen nach Berlin wird zu Morgen Berlin ich fahren. Eine Gebärde hat vier Teile: Handform, Handstellung, Ort im Raum und Bewegung. Die Mimik ist nicht Beiwerk, sondern Grammatik. Hochgezogene Augenbrauen zeigen zum Beispiel eine Frage. Und es gibt keine Weltsprache der Gebärden. In den USA ist es ASL, in Deutschland DGS, und sogar hier gibt es regionale Dialekte.
Vier Gebärden für den Alltag
Hallo. Die flache Hand mit geschlossenen Fingern kurz von der Schläfe nach vorne außen bewegen, dazu ein Lächeln. Danke. Die Fingerspitzen der flachen Hand kurz ans Kinn legen und die Hand mit der Fläche nach oben leicht nach vorne zum Gegenüber führen. Bitte. Die flache Hand auf die Mitte der Brust legen und eine kleine kreisende Bewegung machen. Entschuldigung. Eine lockere Faust mit dem Daumen oben, mit der Handkante sanft über die Wange von hinten nach vorne streichen.
Mit Dolmetscher sprechen
Sprich immer die Taube Person direkt an, in der Ich-Form, also Wie geht es Ihnen und nicht Fragen Sie ihn. Der Dolmetscher ist eine neutrale Stimme, kein Gesprächspartner, und überträgt alles eins zu eins. Sprich in normalem Tempo und mach nach wichtigen Gedanken eine kleine Pause, denn die Übertragung braucht ein paar Sekunden. Achte auf gute Sicht, damit die Taube Person dich und den Dolmetscher zugleich gut sehen kann.
Verstehen und Erleben
Warum Missverständnisse entstehen
Viele Urteile über Taube Menschen entstehen aus Unwissenheit, nicht aus bösem Willen. Ein Beispiel ist das Lächeln. Wenn ich lächle und nicke, meine ich oft: Ich bin dir freundlich gesinnt. Hörende verstehen das manchmal als: Ja, ich habe alles verstanden. Es kann sogar sein, dass ich freundlich weiterlächle, während neben mir etwas Unfreundliches gesagt wird, weil ich es gar nicht mitbekomme.
Ein anderes Beispiel ist der Ruf von hinten. Wenn mir jemand von hinten hinterherruft, gehe ich weiter, weil ich es nicht wahrnehme. Mancher fühlt sich dann ignoriert und denkt, ich sei arrogant oder unhöflich. Dabei ist es keine Absicht. Ich wünsche mir nur einen kurzen Moment des Nachdenkens: Vielleicht ist dieser Mensch Taub.
Warum sich Taubheit nicht vergleichen lässt
Man kann Behinderungen nicht einfach gleichsetzen. Jede prägt den Alltag anders. Wer im Rollstuhl sitzt, überwindet Barrieren im Raum, hat aber vollen Zugang zur gesprochenen Sprache. Bei mir ist es umgekehrt. Ich bewege mich frei, doch die Barriere sitzt in der Kommunikation. Erfahrungen mit Barrieren kann man teilen, die Art der Behinderung bleibt einzigartig und braucht eigene Rücksicht.
Der Kern ist die Sprache. Deutsch ist für mich oft wie eine Fremdsprache, ich denke und fühle in Gebärden. Die Gesellschaft ist ganz auf Töne gebaut, Durchsagen, Klingeln, Rufe, das Telefon. Das alles erreicht mich nicht. Darum lebe ich mitten unter Menschen und bin doch oft allein, solange niemand eine Brücke baut.
Taubheit ist unsichtbar. Man sieht sie mir nicht an, und genau das führt zu Missverständnissen. Reagiere ich nicht, denken manche, ich sei arrogant. Dabei habe ich es einfach nicht mitbekommen. Lauter sprechen oder schreien hilft nicht, es wirkt eher aggressiv. Was hilft, ist Blickkontakt, gutes Licht und klare, sichtbare Kommunikation.
Taubheit hat nichts mit Intelligenz zu tun. Mein Sinn für Töne arbeitet nicht, mein Kopf arbeitet vollständig. Wenn ich in der Schriftsprache kurz zögere, ist das keine geistige Grenze, sondern eine zweite Sprache. Meine erste Sprache ist die Gebärdensprache. Viele von uns verstehen sich nicht als krank, sondern als sprachliche und kulturelle Minderheit. Mitleid kränkt, Respekt trägt.
Und wenn ich ernst und konzentriert wirke, ist das kein Desinteresse. Ich erfasse den ganzen Raum mit den Augen, lese Gesichter und Zusammenhänge, jede Sekunde. Mein Gesicht arbeitet dabei mit, es trägt Bedeutung. Bitte verwechsle diesen Ernst nicht mit Kälte. Sieh mich als das, was ich bin, ein Mensch mit einer eigenen Sprache und Kultur.
Und ich bin kein stiller Zuhörer. Ich habe eine eigene Meinung, und ich möchte sie sagen, nicht nur zusehen. Wer mit mir spricht, redet mit einem Menschen, der antwortet, nicht mit einem Publikum.
Mut und Geduld unter Hörenden
Den ganzen Tag unter Hörenden zu sein, verlangt viel Mut und sehr viel Geduld. Ich muss ständig aufmerksam sein, Gesichter lesen, Zusammenhänge erraten, Situationen einordnen. Das ist Arbeit, die niemand sieht. Trotzdem gehe ich freundlich und offen durch die Welt. Ein wenig Verständnis von der anderen Seite macht diesen Weg leichter.
Dinner Table Syndrome Neu geändert · 31. Mai 2026
Für Hörende ist ein gemeinsames Essen Entspannung. Für mich ist es Hochleistung. Die Gespräche springen hin und her, einer redet, einer lacht, einer fällt ins Wort. Bis ich den Kopf zur neuen Person gedreht habe, ist der Satz schon vorbei. Ich hinke immer hinterher. Nach einer halben Stunde Puzzeln schaltet der Kopf ab, und ich ziehe mich auf meine stille Insel zurück und schaue auf den Teller.
Das Schlimme ist nicht der Inhalt, den ich verpasse, sondern das Gefühl dahinter. Wenn alle weiterlachen, ohne zu merken, dass ich abgehängt bin, lernt man: Meine Anwesenheit ist erwünscht, meine Teilhabe ist egal. Einsamkeit mitten in einer Gruppe tut mehr weh als Einsamkeit allein im Zimmer. Und wenn ich dann still oder traurig werde, heißt es schnell, du verdirbst die Stimmung.
Ein kleines Beispiel mit Pommes trifft den Nagel auf den Kopf. Hörende verwechseln oft fehlende Information mit fehlender Intelligenz. Sagt jemand nur, ich esse gerade Pommes, behandelt er mich wie ein Kind. Ich sehe selbst sehr genau, oft schneller als andere. Ich will keine Beschreibung der Pommes. Ich will wissen, warum ihr lacht, den Witz, den Klatsch, den Unsinn, das Gleiche wie alle am Tisch.
Wenn ich es Hörenden erklären will, sage ich gern: Stell dir vor, du sitzt bei einem wichtigen Essen mit acht Leuten, und alle sprechen fließend Chinesisch. Du verstehst kein Wort. Ab und zu schaut dich jemand an, lächelt, klopft dir auf die Schulter und sagt auf Deutsch, wir essen gerade Pommes. Dann reden alle drei Stunden weiter, lachen, streiten, haben Spaß. Wie würdest du dich fühlen? Genau so geht es mir an manchem Tisch.
Die Lösung ist keine Magie, sondern Respekt. Nacheinander sprechen, kurz die Hand heben, bevor man antwortet, gutes Licht, Gesicht frei. Alles übersetzen, nicht filtern, auch den schlechten Witz, denn darauf habe ich das gleiche Recht. Einen Themenwechsel kurz ansagen. Und am schönsten ist es, wenn man mich aktiv hineinholt: Was denkst du dazu? Dann sitze ich nicht daneben, dann bin ich dabei. Und wenn es eng wird, hilft eine Live-Untertitel-App auf dem Handy, etwa Ava oder die automatische Transkription, die mitschreibt, was gesprochen wird.
Wenn man übergangen wird
Taube Menschen werden im Alltag oft mundtot gemacht, nicht mit Gewalt, sondern mit kommunikativer Macht. Es nimmt mir die eigene Stimme, und das tut weh, am Familientisch, unter Freunden, im Meeting, bei der Presse und am Set.
Das zeigt sich auf vier Weisen. Erstens das Gespräch über den Kopf hinweg: Beim Arzt oder auf dem Amt schaut man nur den Dolmetscher oder den Angehörigen an und fragt, was will er denn, während ich wie Luft danebensitze. Zweitens schnelles, lautes Durcheinanderreden, das ein Gegenüber bewusst abhängt. Drittens das Abwinken, ach, nicht so wichtig, ich erzähl es dir später, was dann nie passiert. Und viertens das Vorurteil, wer nicht spricht, habe keine Ahnung, sodass eine starke Meinung in Gebärdensprache schnell als hysterisch oder aggressiv abgestempelt wird.
Das ist keine Kleinigkeit. Es schaltet einen denkenden, erwachsenen Menschen aus und entscheidet über seinen Kopf hinweg, was er wissen darf. Genau so gehen Vertrauen, Beziehungen und gute Zusammenarbeit kaputt.
Dabei bin ich nicht sprachlos. Ich habe eine der kraftvollsten Sprachen der Welt. Was hilft, ist einfach: Schau mich an, ich bin dein Gegenüber. Sprich mit mir, nicht über mich. Wenn es zu schnell wird, schreib es kurz auf. Und der Dolmetscher überträgt meine Stimme, er ersetzt sie nicht. Auf Augenhöhe ist alles möglich, privat wie im Beruf.
Liebe allein reicht nicht
Ich rede Klartext, weil Ehrlichkeit Ehrlichkeit ist. Liebe ist kein Objekt, sie ist menschlich. Eine Beziehung zwischen einem Tauben und einem hörenden Menschen scheitert selten an der Liebe. Sie scheitert an der Schieflage. Oft lernt der hörende Partner nur ein paar Gebärden, gerade so viel, wie ihm passt. Für tiefe Gespräche, für Gefühle und für Streit reicht das nicht. Die ganze Anpassung liegt dann bei mir, jeden Tag, im eigenen Zuhause.
Dazu kommt das Kleinmachen. Wer mir nichts zutraut, mich bemuttert oder über meinen Kopf hinweg entscheidet, nimmt mir die Würde. Und wenn über mich geredet wird statt mit mir, schnell, geflüstert, hinter dem Rücken, dann werde ich im eigenen Leben unsichtbar gemacht. Ich mache mich nicht klein, und ich passe mich nicht endlos an eine hörende Welt an.
Viele Taube sind jahrelang unendlich geduldig. Wenn dann irgendwann die Wut kommt, heißt es schnell, schau, wie aggressiv du bist. Dabei ist diese Wut kein Angriff, sondern ein Schrei nach jahrelanger Hilflosigkeit. Das muss man verstehen, nicht abstempeln.
Und es geht anders. Es gibt wunderbare hörende Menschen. Beziehung gelingt, wenn der Mensch die Gebärdensprache wirklich lernt, nicht aus Zwang, sondern weil er die Seele des anderen verstehen will. Wenn bei Besuch alle gebärden, damit niemand außen vor ist. Wenn er mich als starken, eigenständigen Partner sieht, nicht als Projekt. Das ist Gerechtigkeit, und sie ist schön.
Ich kenne beide Welten, ich bin in beiden zu Hause. Darum baue ich gern Brücken, für Film, für Unternehmen und für die Politik, und finde gemeinsam gute Lösungen. Denn die größte Barriere sitzt selten im Ohr. Sie sitzt in der Haltung. Wer bereit ist, die Augen zu öffnen und eine visuelle Welt zu verstehen, gewinnt dazu.
Familie zwischen zwei Sprachen
In einer Familie aus Tauben und Hörenden entscheidet die Sprache am Esstisch alles. Wenn das hörende Elternteil nur spricht und das Gebärden weglässt, lernt das Kind schnell: Lautsprache hat hier mehr Macht. Es hört oft auf zu gebärden, nicht aus bösem Willen, sondern weil Kinder sich dem anpassen, was vorgelebt wird. Und das Taube Elternteil sitzt allein dabei, wie ein Gast im eigenen Haus.
Damit eine zweisprachige Familie glücklich bleibt, hilft eine einfache Regel: Ist ein Tauber Mensch im Raum, wird gebärdet, immer. Der hörende Partner lebt dem Kind vor, dass Barrierefreiheit zu Hause nicht verhandelbar ist, und ermutigt es, mit dem Tauben Elternteil zu gebärden. Hörende Kinder Tauber Eltern, die Codas, wachsen so mit zwei Sprachen und zwei Kulturen auf. Das ist eine Stärke, kein Mangel.
Es gibt gute Hilfe dafür. Der Verein Coda d.a.ch. organisiert Koda-Camps und Familienwochen, in denen Kinder Gleichgesinnte treffen und stolz auf die Gebärdensprache werden. Bei Konflikten beraten die EUTB-Stellen und die Gehörlosenverbände kostenlos und in Gebärdensprache. Niemand muss das allein lösen.
Haltung und Recht
Warum es Inklusion plus braucht
Inklusion ist ein schönes Wort, aber oft bleibt es Schmuck, ein Logo in der Firmenbroschüre. Und alle gleich zu behandeln ist noch nicht fair. Ein Elefant kann nicht auf den Baum klettern wie ein Eichhörnchen. Behandelt man beide gleich, verliert der Elefant immer.
Mir geht es um Gerechtigkeit, nicht um Gleichheit. Jeder Mensch braucht das, was zu ihm passt. Ich nenne das Inklusion plus, ein Upgrade, kein altes Etikett. Hörende können die Gebärdensprache lernen, der umgekehrte Weg ist nicht möglich. Echte Teilhabe heißt, diesen Unterschied ernst zu nehmen. Genau dazu berate ich gern, und darauf haben wir gute Antworten.
Ableismus und Audismus
Ableismus bedeutet, Menschen mit Behinderung danach zu bewerten, wie gut sie funktionieren oder wie nützlich sie sind. Wer nicht der erfundenen Norm entspricht, gilt schnell als defekt oder bemitleidenswert. Bei Tauben kommt der Audismus dazu, die Abwertung, die das Hören zum Maßstab macht.
Im Alltag zeigt sich das auf drei Ebenen. Erstens der Blick auf Taubheit nur als Defekt, der repariert werden muss, ohne die eigene Sprache und Kultur zu sehen. Zweitens Bevormundung, wenn man beim Arzt oder auf dem Amt lieber mit dem Dolmetscher oder den Angehörigen spricht als mit mir. Drittens Barrieren, weil die Welt für Hörende gebaut ist, etwa Durchsagen ohne Text oder Videos ohne Untertitel und ohne Gebärdensprache.
Nichts über uns ohne uns
Der wichtigste Satz der Behindertenbewegung lautet: Nichts über uns ohne uns. Taube Menschen wollen bei allem, was sie betrifft, von Anfang an als Fachleute am Tisch sitzen, nicht erst gefragt werden, wenn schon alles entschieden ist.
Dazu gehört ein unbürokratisches Recht auf Dolmetscher, im Beruf, beim Arzt und vor Gericht, eine zweisprachige Bildung mit Gebärdensprache und Schrift von klein auf, und echte Barrierefreiheit, auch bei privaten Unternehmen. Das ist keine Sonderbehandlung, sondern Gerechtigkeit.
Rechte im Beruf
In Deutschland gibt es Rechte, die Taube Menschen im Beruf schützen und unterstützen sollen, geregelt vor allem im Sozialgesetzbuch IX. Dazu zählen ein besonderer Kündigungsschutz ab einem Grad der Behinderung von fünfzig, einige zusätzliche Urlaubstage im Jahr und die Übernahme der Dolmetscherkosten für Besprechungen und Fortbildungen durch das Integrationsamt.
Dazu kommen Hilfen für den Arbeitsplatz, etwa Lichtsignalanlagen oder passende Technik. Das ist ein grober Überblick und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Aber es zeigt: gute Zusammenarbeit mit Tauben Mitarbeitenden ist gut machbar.
Zusammenarbeit Neu · 31. Mai 2026
Gemeinsam Lösungen finden.
Ich kenne beide Welten und arbeite gern mit Menschen, die etwas bewegen wollen. Hier ein paar Bereiche zum Aufklappen. Schreib mir, dann finden wir gemeinsam den richtigen Weg.
Für die Presse
Ich gebe gern Interviews und Einblicke, immer mit Dolmetscher. Mir ist wichtig: Ich lese den Text vor der Veröffentlichung, damit keine Missverständnisse entstehen. Über meine Arbeit, meine Rollen, Kampfkunst und Haltung spreche ich offen. Mein Privatleben bleibt privat und wird nicht in die Öffentlichkeit gestellt. Bitte kein Klatsch, keine Gerüchte, und nichts über mich ohne mich. Anfragen kommen direkt zu mir, dann finden wir das passende Format.
Für das Filmgeschäft
Ich spiele Haupt- und Charakterrollen, auch solche, die nicht von Anfang an Taub geschrieben sind. Hinter der Kamera berate ich zu authentischen Tauben Figuren, entwickle Cine-Fight-Choreografien und trainiere die Schauspieler vorab. Eine Figur wird über Gebärden, Blick und Präsenz lebendig. Lass uns über deine Produktion sprechen.
Für Events
Bei Events geht es mir um Begegnung und Austausch, nicht um eine Show. Ich mache keine Kampfkunst auf der Bühne. Ich bringe Menschen und zwei Welten zusammen, spreche über Infrastruktur und Brücken und darüber, wie wir zusammenarbeiten und Ideen umsetzen. Wenn ein Auftritt gewünscht ist, gestalten wir ihn flexibel, mit oder ohne Tanz-Choreografie mit Isabel Edvardsson, mit oder ohne Vortrag, ganz nach Anlass, siehe Isabel-Benjamin.com. Sag mir Anlass, Ort und Rahmen, dann mache ich einen Vorschlag.
Für Politik, Ministerien und Städte
Ich kenne beide Welten und berate gern, von sichtbarer Barrierefreiheit im Nahverkehr über gemeinsames, zweisprachiges Lernen bis zu Ämtern mit Video-Dolmetschen. Wichtig ist mir: nichts über uns ohne uns, und Lösungen, die allen nützen, auch Älteren, Touristen und Pendlern. Ich komme gern an den Tisch.
Für Schule, Uni und Ausbildung
Ich halte Vorträge und Workshops und zeige jungen Menschen, wie visuelle Kommunikation funktioniert und wie Inklusion plus gelingt. Mein Wunsch ist, dass Taube, schwerhörige und hörende Kinder früh zusammen lernen. So verschwinden Vorurteile von selbst. Gern komme ich an deine Schule oder Hochschule.
Für die Wirtschaft
Für Unternehmen berate ich zu echter Barrierefreiheit und zu einer Zusammenarbeit mit Tauben Mitarbeitenden auf Augenhöhe. Das ist gut machbar und gewinnbringend, von Kommunikation über Technik bis Haltung. Ich zeige, wie aus guter Absicht echte Teilhabe wird. Schreib mir, dann schauen wir auf eure Situation.
In Zahlen
Ein Weg, der Spuren hinterlässt.
Was ich tue
Eine Person, viele Bühnen.
Vor der Kamera, auf der Bühne, im Dojo und am Wasser. Hier findest du meine Welten.
Schauspiel
Film, Fernsehen und Bühne. Hauptrollen und starke Geschichten.
Öffnen → 02Cine Fight
Filmkampf und Choreografie. Spannung, die echt wirkt.
Öffnen → 03Speaker
Vorträge über Mut, Resilienz und Inklusion.
Öffnen → 04Sea Training
Training am und im Wasser. Kraft, Ruhe und Fokus.
Öffnen → 05Das Buch
Man hört nur mit dem Herzen gut. Erschienen bei Penguin Random House.
Öffnen → 06Einblicke, Momente und der Weg hinter den Kulissen.
Öffnen → 07Performances
Live, Bühne und Show. Wo Bewegung zur Geschichte wird.
Öffnen → 08Beratung und Entwicklung
Authentische Taube Rollen, gemeinsam entwickelt. Mit Drehbuch, Regie und Produktion, von Tauber Kultur bis zur Welt der Stille.
Öffnen →Let's Dance und Bühne
Bewegung erzählt.
2019 stand ich bei Let's Dance auf dem Parkett, als erster Tauber Kandidat. Ohne die Musik zu hören, habe ich den Takt gespürt und gesehen.
Kampfkunst
WBT Defence.
Die Matte begleitet mich seit über 35 Jahren. 2005 habe ich auf Hawaii meine Schwarzgurtprüfung vor 18 Großmeistern abgelegt und den Titel Real Intelligent Warrior erhalten.
Ich stehe in der Linie von Großmeister Al Dacascos im Kajukenbo und trainiere in Nord Hollywood bei Gokor Chivichyan. 2008 habe ich in Hamburg meine eigene Schule WBT Defence gegründet und bis 2017 geführt. Kampfkunst ist für mich Haltung, nicht Gewalt.
Coaching und Mentoring
Menschen stärken.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, klein gemacht zu werden. Ich weiß, wie es ist, gegen Mauern zu leben, im Körper und in der Seele. Das macht mich nicht schwächer. Es macht mich verständnisvoller.
Schwäche kann zur Stärke werden. Das ist kein schöner Spruch. Das ist mein Leben. Aus dem, was mich verletzt hat, ist mein Blick für andere geworden. Ich erkenne den Moment, in dem jemand aufgeben will. Und ich weiß, wie man da wieder herauskommt, Schritt für Schritt.
Ich arbeite mit Menschen, nicht gegen ihre Schwächen. Über vier Jahre habe ich Motivationskurse gegeben, unter anderem für Menschen in schwierigen Lebenslagen. An Schulen für Taube, schwerhörige und hörende Kinder habe ich Wahlpflichtunterricht übernommen. Ein Kind konnte ohne Halt nicht laufen. Ein Jahr lang habe ich es privat begleitet. Heute geht es sicher und kann weit springen.
- Auf Augenhöhe begegnen, ohne Vergleich.
- Empathie statt Druck, Verstehen statt Bewerten.
- Selbstverantwortung übernehmen und mit Energie umsetzen.
- Klar und deutlich miteinander sein, mit klaren Grenzen.
- An sich glauben, sich selbst sein, sich nicht klein machen.
Speaker
Aus unmöglich mach möglich.
Ich spreche über das, was ich jeden Tag lebe: Kommunikation ohne Worte, Körpersprache, Resilienz, Inklusion und den Mut, nicht aufzugeben.
Ich zeige, wie Menschen einander wirklich verstehen, jenseits von Tönen und Lautstärke. Für Unternehmen, Schulen, Bühnen und Teams, die mehr wollen als einen schönen Moment. Die etwas mitnehmen, das bleibt.
Gemeinsames Bühnenprogramm mit Isabel Edvardsson, isabel-benjamin.com
Als Gast und Vorbild
Eingeladen, um zwei Welten zu verbinden.
Ich werde auf Bühnen, Galas und Foren eingeladen, aus Wirtschaft, Medien, Gastlichkeit und Sport. Als Gast, der zwei Welten verbindet und Ideen austauscht.
Mir geht es dabei nicht um den großen Auftritt, sondern um die Begegnung. Um Mut, um Haltung, und um die Frage, wie wir einander wirklich verstehen.
Botschafter
Meine Mission.
Gebärdensprache ist für mich die schönste Sprache, die es gibt. In ihr bin ich ganz ich selbst. Sie ist meine Muttersprache. Und sie ist eine Einladung.
Ein Tauber Mensch kann nicht lernen zu hören. Ein hörender Mensch kann Gebärden lernen. Genau da fängt eine echte Begegnung an. Darum geht es mir nicht um Gleichheit, sondern um Gerechtigkeit.
Verschiedenheit ist keine Bedrohung. Verschiedenheit ist eine Bereicherung. Jeder Mensch ist auf seine Weise eingeschränkt, und jeder macht Fehler. Daraus können wir ein Leben lang lernen, weil wir Menschen sind.
Buch
Autor.
In meinem Buch Man hört nur mit dem Herzen gut erzähle ich von meinem Leben und davon, wie Empathie und Aufmerksamkeit oft mehr sagen als jedes Wort.
Erschienen im November 2019 im Mosaik Verlag.
Bewegtbild
Sieh selbst.
Mein Showreel. Ein Einblick in meine Arbeit vor der Kamera, auf der Matte und auf der Bühne.
Cine Fight
Tatort, Totenstille
Was mich geprägt hat
Früh anpacken, neugierig bleiben.
Jede Station hat mir etwas gegeben. Ich habe früh gelernt, anzupacken, neugierig zu bleiben und nie stehenzubleiben.
- Ausbildung zum Tischler in Hamburg, 1998 bis 2001, abgeschlossen als Geselle.
- In der Schulzeit zwei Jahre lang Buchbinderei, Drucktechnik, Entwurf und Schriftsatz gelernt.
- Früh selbst beigebracht: Gestaltung am Computer mit Photoshop, InDesign, Flash und HTML, dazu Layout und Schriftsatz.
- Fast jedes Wochenende im Architekturbüro eines Freundes meines Vaters mitgearbeitet und Planen, Zeichnen und Entwerfen gelernt.
- Mit dreizehn bis fünfzehn Eishockey, jede Woche auf dem Eis, oft direkt vor oder nach dem Kampfkunsttraining.
- Erste Jobs sehr früh: mit elf Hundewelpen betreut, mit zwölf als Babysitter, mit vierzehn Treppenhäuser gereinigt.
- Im Internat mit sechzehn: Gruppentraining für Mitbewohner gegeben und Haare geschnitten.
- Während der Tischlerlehre: Catwalk und Modenschau, Mitchoreografie einer Luxus Show für eine Hamburger Kreuzfahrt.
- Hawaii, 2004 bis 2007: nachts in einer deutschen Bäckerei Teig geknetet und gebacken, um Hände und Unterarme zu stärken, tagsüber Unterricht gegeben, die hawaiianische Kultur kennengelernt und bis zum Schwarzgurt trainiert.
Eine kleine Geschichte: woher meine Energie kommt
Als Junge konnte ich nicht stillsitzen. Mit dreizehn begann ich zu trainieren, und ich konnte nicht mehr aufhören. Während meiner Tischlerlehre stand ich oft vor Sonnenaufgang auf. Mit dem Rad ging es die Elbchaussee entlang, von Ottensen bis Blankenese, an stillen, leeren Straßen vorbei, bis die Beine brannten. Danach eine kalte Dusche, und um sechs stand ich in der Werkstatt.
Abends Kampfkunst. Kung Fu, Thaiboxen, oft bis tief in die Nacht. Bewegung war meine Sprache, lange bevor ich Worte dafür hatte. In der Stille war das Training das Einzige, das mir niemand erklären musste. Hier verstand ich alles von selbst.
Heute weiß ich, dass diese Kraft auch ein Schutz war. Ein junger Körper, der sich seinen Platz erkämpft hat. Ich bin dankbar dafür, und ich bin ruhiger geworden.
Heute trainiere ich klüger. Nicht weniger Herz, nur mit mehr Freundlichkeit zu mir selbst. Ich wähle Bewegung, jeden Tag aufs Neue.
Und eine etwas verrückte Geschichte
Ehrlich? Als Jugendlicher war ich verrückt nach Training. Es begann mit dreizehn und ließ mich nicht mehr los.
Dreimal die Woche bin ich um fünf Uhr morgens auf das Rad gestiegen. Über die Elbchaussee, von Ottensen bis nach Blankenese, auf leeren Straßen, bis die Beine brannten. Dann eine kalte Dusche, und um sechs stand ich in der Tischlerei.
War ich allein in der Werkstatt, habe ich heimlich meine Formen geübt. Auf der Toilette mehrmals am Tag Klimmzüge, Liegestütze und den Pferdestand. Nach der Arbeit sofort zum Training. Kung Fu, dann Thaiboxen, dann noch mehr Kung Fu. Zu Hause oft weiter bis Mitternacht.
Zweimal die Woche Intervalle. Locker laufen, hundert Meter sprinten, gehen, wieder von vorn. Zweimal die Woche schwimmen. Jeden Tag im Bad Hunderte Tritte, Liegestütze und Schläge, mit kleinen Gewichten an den Armen.
In der Schule habe ich hinter dem Rücken einen schweren Gummiring gepresst, hundertmal. Beim Abschreiben zitterte danach die Hand. Ich bekam Ärger und trainierte trotzdem weiter.
Als ich meine eigene Schule eröffnete, kam mein Körper ein Jahr lang an seine Grenzen. Zu viel Druck, zu viel Stress. Ich habe einfach weitergemacht.
Heute frage ich mich, woher diese Energie kam. Und heute wähle ich anders. Genießen, wieder anfangen, ruhig und mit Freude. Vielleicht ein bisschen verrückt. Aber nie mehr gegen mich selbst.
Wie ich mich in Hawaii auf den Schwarzgurt vorbereitet habe
In Hawaii habe ich mit allem trainiert, was ich hatte. Mit Steinen im Rucksack bin ich täglich die Berge hoch und wieder hinunter. Auf einem steilen Hügel habe ich meine Techniken geübt, immer wieder, hundertfach.
Am härtesten war das Meer. Ich bin unter große Wellen getaucht, drei bis vier Meter hoch. Im Sturm kam jede Sekunde die nächste, und ich musste sofort wieder hinunter. Die Strömung zog an mir. Luft anhalten, tauchen, hochkommen, mit aller Kraft schwimmen, und schon rollte die nächste Welle heran. Das hat mich gelehrt, ruhig zu bleiben, wenn alles um mich tobt.
Am Strand habe ich im Sand meine Formen trainiert, Schatten und Technik, Stunde um Stunde. Die Natur war mein Trainingsraum, das Meer, der Wind, der Hügel, der Sand. So habe ich mich auf den Schwarzgurt vorbereitet.
Dieses Training war mehr als Kraft. Es war Geduld und der Wille, nicht aufzugeben. Das trage ich bis heute in mir.
Stationen
Ein Leben in Bewegung.
Einige Stationen auf meinem Weg. Vom ersten Schwarzgurt bis nach Hollywood.
In Hamburg geboren. Mit acht Monaten werde ich Taub.
Erste Schritte in der Kampfkunst. Mein Weg über Judo, Aikido, Boxen, Escrima und Wing Tsung beginnt.
Ich entdecke Wun Hop Kuen Do Kung Fu. Diese Kunst wird mein Zuhause.
Ich werde Stunt Kämpfer und Choreograf für Film und Show. Kampfszenen, die echt wirken.
Ausbildung in Hawaii bei Grandmaster Al Dacascos. Eine harte und prägende Schule.
Schwarzgurt in Hawaii. Geehrt als Real Intelligent Warrior und Hawaii International Champion.
Gründung meiner Kampfkunstschule WBT Defence in Hamburg, die ich bis 2017 geführt habe. Eigener Stil, eigene Familie.
Sechsmal in die Munich Hall of Honor aufgenommen. 2015 in London als Teacher of the Year geehrt.
Tatort Totenstille. Hauptrolle und Choreografie. 9,69 Millionen Zuschauer und eine Nominierung für den Grimme-Preis 2017.
Finale bei Let's Dance und Tour mit 16 Auftritten in 13 Arenen vor 120.000 Menschen. Im selben Jahr erscheint mein Buch bei Penguin Random House.
Du sollst hören im ZDF. Eine der Hauptrollen.
Viele Rollen für ARD und ZDF, dazu Die Goldfische im Theater mit dem Monica-Bleibtreu-Preis. Und der Start als Motivationsredner.
Der Film Du sollst hören gewinnt fünf Auszeichnungen in Hollywood. Weitere Rollen im Fernsehen folgen.
Im November lädt mich der Erste Bürgermeister von Hamburg persönlich ins Rathaus ein. Bei einem Kaffee, unter vier Augen, ein langer und offener Austausch.
Schauspiel
Vor der Kamera.
Schauspiel ist zu einem großen Teil nonverbale Kommunikation. Genau das ist meine Stärke. Ich erzähle Geschichten mit dem ganzen Körper.
Ich war der erste Taube Mensch in einer Tatort Hauptrolle, in der Folge Totenstille. Im ZDF Drama Du sollst hören spielte ich eine der Hauptrollen, einen Tauben Vater im Kampf um sein Kind. Als Stuntfighter und Choreograf gestalte ich außerdem Kampfszenen für Film und Fernsehen. Ich entwickle die Choreografie und trainiere und coache die Schauspieler vorab, damit die Szenen echt und sicher wirken.
Mein Wunsch: Rollen, die einen Menschen zeigen, nicht ein Handicap. Eine Figur, die berührt, weil sie ein Mensch ist.
Eine Rolle muss dabei nicht von Anfang an Taub geschrieben sein. Autorinnen, Produzenten und Regie können eine Figur anpassen, mit Gebärdensprache und einer Tauben Perspektive. Oft wird die Geschichte dadurch reicher und echter. Das entwickle ich gern gemeinsam, offen und unkompliziert.
Ich arbeite auch hinter der Kamera mit. Drehbuch, Regie und Produktion berate ich zu Tauber Kultur und Gebärdensprache, damit Taube Rollen echt geschrieben und erzählt werden, und ich unterstütze die Zusammenarbeit mit Tauben Schauspielern. Echte Taube Figuren leben aus der Gebärdensprache, aus Mimik und Körper, nicht aus dem Lippenlesen.
Talkshows und Gastauftritte
Theater
Auszeichnungen
Anerkennung für den Weg.
Schauspiel
- 2026Keine Scheidung ohne Leiche, ZDF. Nominiert für den Jupiter Award, Bester Film, TV und Streaming.
- 2025You Shall Hear, Du sollst hören. Bester Spielfilm beim Rocky Mountain Deaf Film Festival in Colorado, USA.
- 2024Du sollst hören, ZDF. Bester Film und fünf Auszeichnungen beim SignLight International Film Festival 2024 in Los Angeles, für Film und Team.
- 2023Die Goldfische. Monica-Bleibtreu-Preis, Publikumspreis der Privattheatertage in Hamburg.
- 2022Du sollst hören. Nominiert für den Publikumspreis, Reingold Ludwigshafen.
- 2016Tatort Totenstille, SR. Nominiert für den Grimme-Preis 2017, Kategorie Spezial, für die Idee und das Konzept der Einbindung der Gebärdensprache und die Besetzung mit Tauben Schauspielern.
Kampfkunst
- 2015London International Martial Arts Hall of Fame. Teacher of the Year.
- 2010 bis 2015Sechsmal Munich Hall of Honor. Für herausragende Leistung.
Presse
Über meinen Weg wurde berichtet.
Eine Auswahl von Berichten, Porträts und Interviews.
| Jahr | Medium | Thema |
|---|---|---|
| 2026 | Apotheken Umschau | Kleine Bewegung große Wirkung, Aufruf zu mehr Bewegung |
| 2024 | Landeszeitung Lüneburger Heide | Erster Tauber Schauspieler bei Rote Rosen |
| 2024 | NDR Hamburg Journal | Porträt anlässlich der Kammerspiele |
| 2023 | Sächsische Zeitung | Comödie Dresden, das Unmögliche möglich machen |
| 2022 | prisma | Interview zu Du sollst hören |
| 2022 | Health and Care Management | Leben in der Stille, über das Buch |
| 2016 | Hamburger Abendblatt | TV Kritik zum Tatort Totenstille |
| 2016 | Hamburger Morgenpost | Interview über Kampfkunst und Schauspiel |
| 2016 | Die Andersmacher | Porträt über den Kampfkünstler |
| 2010 | Hamburger Abendblatt | Über Benjamin Piwko und seine Kampfkunstschule |
| 2010 | Der Spiegel | Über den Beruf jenseits der Stille |
Schauspieler, Film und Theater
- NDR Hamburg Journal. Porträt anlässlich der Kammerspiele.
- Landeszeitung Lüneburger Heide. Erster Tauber Schauspieler bei Rote Rosen.
- Hamburger Abendblatt. Gastrolle in der Telenovela Rote Rosen.
- Sächsische Zeitung. Die Goldfische an der Comödie Dresden.
- prisma. Interview zum Film Du sollst hören.
- Yahoo Nachrichten. Interview, würde gerne einen Hörenden spielen.
- Die Welt. Porträt über meinen Weg.
- Hamburger Abendblatt. TV Kritik zum Tatort Totenstille.
- Hamburger Abendblatt. Zum Tatort Totenstille.
- Hamburger Morgenpost. Interview zur Rolle im Tatort.
Kampfkunst Meister
- Apotheken Umschau. Kleine Bewegung große Wirkung.
- Die Andersmacher. Porträt, Der Kampfkünstler.
- Video. Der Kampfkünstler.
- Hamburger Abendblatt. In der Ruhe liegt die Kraft.
- Hamburger Abendblatt. Über meine Kampfkunstschule.
Tänzer, Let's Dance
- t-online. Let's Dance, die Songs für das Finale.
- Fitbook. Das Fitness Geheimnis des Let's Dance Stars.
- equalizent. Tauber Let's Dance Star über equalizent.
- RTL. Profil und Auftritte.
Tauber, Inklusion und Gebärdensprache
- Die Welt. Alles wird gerade still auf der Welt, für mich ist das normal.
- familie.de. Wir sollten alle Gebärdensprache sprechen.
- andererseits. Drei Fragen an Benjamin Piwko.
- Yahoo Nachrichten. Über die Taube Gemeinschaft.
- Hamburger Abendblatt. Ich will zwei Welten vereinen.
- Der Spiegel. Über den Beruf jenseits der Stille.
- Health and Care Management. Leben in der Stille.
Engagement und Botschafter
- Die Welt. Über den Schutz von Kindern.
- Innocence in Danger. Engagement und Unterstützung.
Der Spiegel · Die Welt · NDR · ZDF · ARD · RTL · prisma · t-online · Fitbook · familie.de · andererseits · equalizent · Hamburger Abendblatt · Hamburger Morgenpost · Sächsische Zeitung · Landeszeitung Lüneburger Heide · Health and Care Management · Die Andersmacher
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